Rosen Apotheke Oberderdingen

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(RaIA/dgk) Das Knie gehört zu den am meisten belasteten Gelenken. Daher ist es wichtig, es zu stärken und zu schützen. Worauf es dabei ankommt, erklärt der Orthopäde PD Dr. Sven Ostermeier von der Orthopädischen Praxis und Gelenk-Klinik in Gundelfingen, Baden- Württemberg. Millionen Deutsche klagen über schmerzende Knie.

Warum ist dieses Gelenk so anfällig?

Das Knie ist das größte und auch komplexeste Gelenk unseres Körpers. Es verbindet Oberund Unterschenkelknochen des Beins und ist stets enormen Druck- und Beschleunigungskräften ausgesetzt. So trägt es beispielsweise bei jeder Kniebeuge das Sieben- bis Achtfache unseres Körpergewichts.

Wie schütze ich meine Knie am einfachsten?

Vermeiden Sie jeden Fahrstuhl. Entscheiden Sie sich stattdessen fürs Treppensteigen. Jede Stufe stärkt die Muskulatur, belebt den Kniestoffwechsel und beugt damit Osteoporose vor. Vermeiden sollten Sie zudem langes Stehen, denn dann lastet das volle Körpergewicht auf Ihren Knien. Besser immer mal eine Verschnaufpause im Sitzen machen und mehrmals täglich die Beine baumeln lassen.

Gibt es ähnlich gute Tipps für den Berufsalltag?

Öfter mal Arbeits- oder Sitzpositionen ändern, hin und wieder aufstehen oder kurze Strecken gehen – das alles fördert die Kniegesundheit. Versuchen Sie am Schreibtisch häufiger, die Knie auszustrecken.

Bewegung ist also das A und O? Ja,

Gelenke leben sozusagen von der Bewegung. Da ist das Knie keine Ausnahme. Bewegung belebt den Stoffwechsel des Kniegelenks, führt Abbaustoffe aus dem Knorpelgewebe heraus und Nährstoffe heran. Verharrt ein Gelenk hingegen länger in einer Position, so wird die Knorpelschicht dauerhaft auf einer Stelle belastet und verliert übermäßig Gelenkflüssigkeit.

Mit Sport geht demnach alles leichter?

Ja, Sport ohne übertriebenen Ehrgeiz stärkt Muskeln, Sehnen und Bänder auf gesunde Weise – ein langsames Aufwärm- und Aufbautraining vorausgesetzt. Schwimmen und Radfahren sind besonders kniefreundlich. Fehlbelastungen, wie sie etwa beim Laufen auftreten können, sind hierbei ziemlich ausgeschlossen. Alle Muskeln, die das Knie stabilisieren, werden trainiert.

Welche Sportarten sollte ich besser meiden?

Beispielsweise Fußball- und Handballspielen, Squash, Tennis, Rudern oder Skifahren. Bei Drehbewegungen des Knies unter Belastung, typisch für Fußballspielen oder Skifahren, sind die den Knorpel schützenden Menisken besonders verletzungsanfällig. 

Welche Schädigungen des Knies kommen außerdem häufig vor?

Die Schleimbeutel am Knie sind besonders anfällig für Entzündungen. Mögliche Ursachen sind ständiges Arbeiten auf den Knien oder Überanstrengungen beim Sport. Hilfreich sind in diesem Fall kühlende Packungen, gegebenenfalls Schmerzmittel und generell eine Schonung des Gelenks. Nach Sportverletzungen kommt es oft zu Verletzungen oder Rissen des vorderen Kreuzbandes, insbesondere nach Stürzen beim Skifahren. Verdrehungen im Knie sind meist die Auslöser dieser Verletzungen.

Wie sieht ein bewegter, kniefreundlicher Alltag aus?

Arbeiten in verharrender Stellung, zum Beispiel beim Montieren oder Handwerken, sollten möglichst nur kurzfristig ausgeführt werden. Vermeiden sollte man zudem starke Kniebeugungen, also beispielsweise den Schneidersitz oder häufiges Hocken. Hierbei gilt: Je größer die Kniebeugung, desto höher die Belastung auf die einzelnen Gelenkstrukturen. Außerdem gilt: Statt hoher Schuhe, die das Durchstrecken der Gelenke erschweren, sind flache Schuhe mit weicher Sohle empfehlenswert. Sie dämpfen die Erschütterungen beim Gehen und schonen die Gelenke. Einer der wesentlichen Risikofaktoren für Arthrose oder anderer Kniebeschwerden ist natürlich auch Übergewicht. Jedes abgenommene Kilo entlastet die Gelenke.

Welche Kniebeschwerden sind ein Fall für den Arzt?

Oft markiert ein deutlich hörbares „Knacken“ den Moment einer Meniskus-Verletzung. Nach dem Meniskus-Riss wird es zum Beispiel schmerzhaft, in die Hocke zu gehen oder das Knie nach hinten abzuwinkeln. Die Schmerzen sind stark und stechend – ein unmissverständliches Warnsignal, das sofort eine ärztliche Untersuchung erforderlich macht. Das Gleiche gilt, wenn das Knie anschwillt. Mehr erfahren Interessierte im Ratgeber aus Ihrer Apotheke (Ausgabe 7B/2014), der ab dem 15. Juli 2014 in der Apotheke für Sie bereit liegt.

Fünf Top-Tipps für gesunde Knie

  1. Viel Bewegung in den Alltag bringen.
  2. Gelenkschonenden Sport treiben (z. B. Schwimmen, Radeln).
  3. Übergewicht abbauen.
  4. Flache Schuhe tragen.
  5. Starke Kniebeugungen (z. B. Schneidersitz) vermeiden.
 

Text-Quelle: dgk 

 

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