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Kieferprobleme belasten auch den Rücken

Nicht immer sind Verspannungen Schuld an Rückenschmerzen. Sogar eine Fehlstellung der Zähne und
Kiefer kann der Auslöser sein.

Hilflos erduldet so mancher Patient chronische Schmerzen in Kopf, Nacken und Rücken, weil auch Besuche beim Hausarzt und Orthopäden keine Besserung bringen. Schuld kann eine Fehlstellung und Funktionsstörung des Kiefers sein, die den Betroffenen harmlos erscheint, jedoch genau diese Beschwerden auslöst. Experten sprechen dann von einer Craniomandibulären Dysfunktion oder kurz: CMD. Cranium ist das lateinische Wort für Schädel, Mandibula bedeutet Unterkiefer und Dysfunktion heißt Fehlfunktion. „Schwindel, Migräne, meist einseitige Schmerzen in den Bereichen Stirn, Kiefergelenk, Ohren und Nacken sowie an der Wirbelsäule stellen typische Symptome dieser Krankheit dar“, erklärt Dr. A.-Meric Prause, Kieferorthopäde aus Delmenhorst.
 

Störung mit Dominoeffekt

Zahnfehlstellungen, eine unregelmäßige Zahnanatomie, schlecht sitzender Zahnersatz wie auch übermäßiges Knirschen und Beißen im Schlaf führen zu einer starken Belastung der Kiefergelenke. Eine „Schieflage“ des Kiefers kann entstehen, die das gesamte craniomandibuläre Gefüge beeinträchtigt: Das fein austarierte Zusammenspiel von Zähnen, Kiefer, Sehnen, Muskulatur und Kiefergelenk ist aus dem Gleichgewicht geraten. Die Fehlstellung der Zähne und der „falsche Biss“ haben weitreichende Folgen, denn die Kaumuskulatur ist über den Schädel mit der Rückenmuskulatur verbunden. Wenn jeder Zahn nicht mehr den optimalen Kontakt mit dem Gegenzahn hat, Druck und Gegendruck also nicht mehr passen, versucht die Muskulatur des Kauapparates, das Ungleichgewicht auszugleichen. Diese ständige zusätzliche Anstrengung führt auf Dauer zu Verspannungen und Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich. Schließlich strahlen sie in den gesamten Rücken aus. Da die Schmerzen in einer Kettenreaktion von oben nach unten auftreten, sprechen Spezialisten von einer „absteigenden Symptomatik“.


Die CMD erkennen

„Eine CMD kann sich bei jedem Menschen ganz unterschiedlich auswirken. Durch die Fehlstellung der Zähne ist eine Verkürzung der Kaumuskulatur möglich, die wiederum Auswirkungen auf die Wirbelsäule hat und zu ihrer Verdrehung führen kann“, erklärt Dr. Jochen H. Schmidt von der Kölner Zahnklinik Carree Dental. „Auch eine eingeschränkte Unterkieferbeweglichkeit oder Blockierungen der Halswirbelsäule sind möglich.“ Er schätzt, dass etwa zehn Prozent der Deutschen unter CMD-bedingten Symptomen wie Kopf-, Nacken-, Ohren- oder Gelenkschmerzen sowie Schwindel leiden. Im Vergleich zu Männern seien Frauen wesentlich häufiger betroffen. Dabei können auch psychosoziale, hormonelle und genetische Faktoren eine Rolle spielen. Sie müssen bei der Diagnose ebenfalls in Betracht gezogen werden.

Auf Signale des Körpers achten

Experten empfehlen Personen mit Rückenschmerzen, besonders aufmerksam auf erste Anzeichen einer möglichen CMD zu achten. "Typische Symptome sind eine eingeschränkte Kieferöffnung, Zahnfehlstellungen, die zu Problemen mit dem Aufeinanderpassen des Ober- und Unterkiefers führen, sowie ausstrahlende Schmerzen im Mund- und Gesichtsbereich", weiß Dr. A.-Meric Prause. Auch knackende Geräusche der Gelenke beim Kauen und Öffnen bzw. Schließen der Kiefer gelten als Vorboten der Folgeschäden von Kieferfehlstellungen. Wenn zudem einseitige Verspannungen und Beschwerden in den genannten Körperregionen in Kombination mit diesen Symptomen auftreten, dann sollten Betroffene nicht nur zum Orthopäden gehen, sondern außerdem auch zu einem zahnmedizinischen Facharzt. Durch genaue Untersuchungen wie zum Beispiel eine Funktionsdiagnostik des Kiefergelenks lässt sich klären, ob eine CMD die Schmerzen verursacht. 

Wenn sich der Verdacht bestätigt 

Bei einer Kieferfehlstellung versprechen unterschiedliche Behandlungsmethoden Linderung. Liegt der Auslöser der CMD-Erkrankung in der unregelmäßigen Zahnanatomie oder in Zahnfehlstellungen, helfen individuell gefertigte Zahnspangen, allmählich wieder eine spannungsfreie Kieferstellung zu erlangen. Wenn starkes Zusammenbeißen und Knirschen das Kauorgan überlasten, sorgen eine speziell angefertigte Aufbissschiene und Entspannungsübungen wie zum Beispiel Autogenes Training für Entlastung. Unterstützend wirken dabei Physiotherapien gegen die Verspannung im Nacken und Rücken, sie ersetzten jedoch keine kieferorthopädischen Maßnahmen. Wichtig für den Behandlungserfolg ist nicht nur eine gut abgestimmte „konzertierte Aktion“ zwischen Patient und Fachärzten, sondern neben Stressabbau auch ein gutes Gespür für den eigenen Körper.

Text-Quelle: dgk
Bild: Christoph Hähnel - fotolia.com (mit Genehmigung durch dgk)

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